EU-Tourismusstrategie muss Alpenraum berücksichtigen

Zur neuen Tourismusstrategie der EU hat die CIPRA im September eine umfassende Stellungnahme eingereicht. Darin kritisiert sie negative Auswirkungen des Massentourismus und fordert eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs sowie innovative, regional angepasste Tourismusmodelle.

Mit über 120 Millionen Besucher:innen und rund 550 Millionen Übernachtungen ist der Alpenraum stark vom Tourismus geprägt. Im Zuge der öffentlichen Anhörung zur neuen EU-Tourismusstrategie warnt die CIPRA vor den negativen Auswirkungen des Massentourismus auf sensible Ökosysteme, das kulturelle Erbe und die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung. Sie kritisiert zudem, dass Destinationen Belastungsgrenzen wenig berücksichtigen und oft überschreiten. «Es braucht eine stärkere Berücksichtigung klimatischer, geografischer und kultureller Unterschiede – diese sind der Kern und Wert des alpinen Tourismus», sagen die Verfasserinnen der Stellungnahme, Christine Busch von CIPRA Deutschland und Magdalena Praun von CIPRA Österreich.

Forderungen für nachhaltigen Alpentourismus

In ihrer Stellungnahme fordert die CIPRA unter anderem die Stärkung des öffentlichen Verkehrs, inklusive grenzüberschreitender Ticketlösungen und barrierefreier Angebote. Zudem sollen alpine Destinationen auf neue touristische Erschliessungen unberührter Landschaften und Gletscher verzichten und ihren CO₂-Ausstoss reduzieren. Stillgelegte Skigebiete gilt es im Einklang mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur rückzubauen. Es braucht die Stärkung innovativer und regional angepasster Tourismusmodelle und die Streichung von Subventionen für klimaschädliche Infrastruktur. Vor allem betont die CIPRA die rechtliche Bedeutung der Alpenkonvention, die als völkerrechtlich verbindliches Abkommen Vorrang vor sekundärem EU-Recht hat. Mit ihr haben sich die Alpenstaaten zu einer nachhaltigen Entwicklung in den Alpen verpflichtet.

Stellungnahme der CIPRA zur neuen EU-Tourismusstrategie (en)