Standpunkt: Klimaschutz braucht klare Gesetze!

Gletscherschmelze, schwindender Permafrost, häufigere Felsstürze und Muren: Die Temperaturen steigen im Alpenraum schneller als im globalen Durchschnitt – mit dramatischen Folgen für Natur und Mensch. Deshalb braucht es jetzt entschlossene Klimaschutzgesetze auf regionaler und nationaler Ebene, fordert Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Südtiroler Dachverbands für Natur- und Umweltschutz sowie Präsidentin von CIPRA Südtirol.

Wir haben gemeinsam mit dem Heimatpflegeverband Südtirol und Climate Action South Tyrol die Kampagne «Für ein Landesklimagesetz» ins Leben gerufen. Ziel ist es, auf die Dringlichkeit eines Klimagesetzes für Südtirol aufmerksam zu machen. Über 40 Verbände aus den Bereichen Umwelt, Jugend, Soziales, Gewerkschaften und Biolandwirtschaft haben im März 2025 ein gemeinsames Manifest unterzeichnet, das ein klares Signal sendet: Südtirol braucht ein Landesklimagesetz – jetzt! Im April folgte eine Fachtagung zum Thema, am 1. Juli ein  Workshop zur Ausarbeitung konkreter Inhalte. Der Ball liegt nun bei der Politik.

Grenzen überwinden, Klima schützen

Die Klimakrise macht nicht an Landesgrenzen halt – sie betrifft uns alle. Unsere Initiative soll daher auch der CIPRA-Familie als Impuls wirken. Lasst uns gemeinsam für einen starken und gesetzlich verankerten Klimaschutz im gesamten Alpenraum eintreten!

Die Alpen sind besonders stark betroffen: Die Temperaturen steigen hier schneller als im weltweiten Durchschnitt, Gletscher schmelzen sichtbar, Naturgefahren wie Steinschläge, Muren oder Schädlingsbefall nehmen zu. Gleichzeitig birgt der Alpenraum grosses Potenzial: Schon in der Innsbrucker Deklaration «Alpines Klimazielsystem 2050» wurde vereinbart, die Alpen zu einer Modellregion für integrierte Handlungsansätze zu machen, die den Fokus sowohl auf den Klimaschutz als auch die Anpassung an den Klimawandel richten und die positiven Nebeneffekte beider Aspekte maximieren. Wohlhabende Tourismusregionen wie Südtirol verfügen über die Mittel und die Sichtbarkeit, um eine Vorreiterrolle einzunehmen. Gäste könnten  erleben, wie Klimaschutz konkret funktioniert und diese Erfahrung mit nach Hause nehmen. Vorbilder wie Bayern oder der Schweizer Kanton Freiburg zeigen zudem: Ein Klimagesetz ist auch im Alpenraum machbar!

Jetzt handeln – nicht nur reden

Effizienter Klimaschutz braucht langfristige Planung, parteiübergreifende Zusammenarbeit und grenzüberschreitende  Umsetzung. Politische Sonntagsreden reichen nicht mehr – die Zeit drängt! Wir müssen die Politik vom Versprechen zum Handeln bringen. Wir müssen das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Klimaziele in der Bevölkerung – besonders bei den Wähler:innen – gezielt stärken.

Lasst uns gemeinsam für die gesetzliche Verankerung des Klimaschutzes einstehen –für einen klimaneutralen Alpenraum!