Ins Rollen bringen - Mobilität in den Alpen weiterdenken
Freitag, 16. Oktober bis Samstag, 17. Oktober 2026
Diskutieren Sie mit uns, welche Strategien und Lösungen erforderlich sind, um Mobilität verträglicher für die lokale Bevölkerung und die Ökosysteme zu gestalten. Wie kommen wir von bekannten Vorschlägen zu wirkungsvollen Massnahmen, anstatt im Planungsstadium zu verharren? Reicht der Bau neuer (Basis-)tunnels? Welche politischen, logistischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen braucht es noch, damit die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene tatsächlich stattfindet? Und wie gelingt es, dass Pendelnde wie auch Reisende nicht nur über alternative Mobilität sprechen, sondern diese auch nutzen? Welche alltagstauglichen Angebote und überzeugenden Anreizsysteme braucht es für den Umstieg vom Auto auf Bahn, Bus oder Fahrrad?
16. Oktober – Tagung in Bozen
Simultandolmetschung der Präsentationen auf Deutsch, Französisch, Italienisch,
Slowenisch. Für die Sprache der Masterclasses und Exkursionen beachten Sie bitte die Angaben im Programm.
Moderation: Silvia Simoni, CIPRA Südtirol und Jakob Dietachmair, CIPRA International
| 9:00 | Begrüssung durch Daniel Alfreider, Südtiroler Landesregierung, Landesrat für Mobilität, Claudio Corrarati, Bürgermeister Bozen |
| 9:45 | Rollen statt ÜberrollenKeynote von Nara Valsangiacomo, Präsidentin Pro Alps Die Alpen sind Lebensraum – doch der zunehmende Strassengüterverkehr und das individuelle Mobilitätsverhalten setzen Mensch und Natur zunehmend unter Druck. Was braucht es, damit Mobilität die Alpen nicht überrollt, sondern Lebensqualität und sensible Ökosysteme erhalten bleiben? Nara Valsangiacomo ist Präsidentin von Pro Alps. Aufgewachsen im Mendrisiotto, kennt sie die Auswirkungen von überbordendem Verkehr aus eigener Erfahrung und engagiert sich deshalb weit über die Region hinaus für den Schutz der Alpen und eine zukunftsfähige Mobilität. Pro Alps macht sich stark für eine nachhaltige Verkehrspolitik, um das einzigartige und ökologisch sensible Alpengebiet zu schützen und als Lebensraum zu erhalten. Ihren Ursprung hat die unabhängige Umweltorganisation in der «Alpeninitiative», die 1994 vom Schweizer Stimmvolk angenommen wurde. Seither ist der Schutz der Alpen vor dem Transitverkehr in der Verfassung verankert. Trotzdem wird die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene bis heute nicht konsequent umgesetzt und der wachsende Personenverkehr bringt die Alpen zusätzlich in Bedrängnis. |
| 10:15 - 10:45 | Pause |
| 10:45 - 11:45 | Podiumsdiskussion: Von der Strasse auf die SchieneWelche politischen, logistischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen braucht es, damit die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene tatsächlich stattfindet? Es diskutieren: Daniel Alfreider, Landesrat, Südtiroler Landesregierung Das Podiumsgespräch wird moderiert von Eberhard Daum, Journalist und Autor. |
| 11:45 - 12:15 | Keynote: Anna Donati, Präsidentin Roma Servizi per la MobilitàBeschreibung folgt. |
| 12:15 - 12:45 | Keynote: Martin Vallazza, Abteilungsdirektor Mobilität Autonome Provinz BozenBeschreibung folgt. |
| 12:45 | Mittagspause |
| 14:00 - 16:30 (inkl. Pause) | Masterclasses(bitte geben Sie bei der Anmeldung an, welche Sie besuchen möchten) |
| Masterclass 1 | Alpen in der Sackgasse? - Weichenstellung für die Mobilität (Englisch)Nachhaltiger Güterverkehr muss so gestaltet werden, dass die Bedürfnisse von Wirtschaft und Gesellschaft erfüllt werden, ohne Umwelt, Gesundheit und Lebensraum dauerhaft zu belasten. |
| Masterclass 2 | Mobilität für alle? Vom Auto-Stress zur echten Unabhängigkeit (Englisch)Mobilität in den Alpen wird oft auf das Auto ausgerichtet, doch für junge Menschen ohne Führerschein sind Alternativen entscheidend für echte Unabhängigkeit: Sie ermöglichen den Zugang zu Bildung und Ausbildung, Arbeit, Sport, Kultur, Freunden und grundlegenden Dienstleistungen. Dieser Workshop lädt Teilnehmende aller Altersgruppen dazu ein, vorhandene Mobilitätsangebote in den Alpen aus der Perspektive der Jugend einem „Stresstest“ zu unterziehen: Wo hakt es im System? Welche Alternativen zum Auto funktionieren wirklich? Das Ziel ist klar: Vom Problem zur Lösung. Gemeinsam werden in Gruppen konkrete Lösungen erarbeitet, verantwortliche Akteure ermittelt und notwendige Kompromisse identifiziert und diskutiert. Der Workshop wird vom CIPRA-Jugendrat (CYC) organisiert – einem Netzwerk junger Menschen, das mit der CIPRA verbunden ist und Jugendperspektiven in die Alpenpolitik und -praxis einbringt sowie Räume für den generationsübergreifenden Dialog und konkrete Veränderungen schafft. |
| Masterclass 3 | Nächster Halt: Angewandte Mobilitätsplanung (Englisch)Mit der Wiederinbetriebnahme der Vinschger Bahn vor 20 Jahren startete eine neue Ära der öffentlichen Mobilität in Südtirol. Nicht nur wurde eine neue Infrastruktur gebaut und neue Züge beschafft, es wurde auch der Fahrplan vollständig überarbeitet und ein landesweiter integrierter Taktverkehr eingeführt. Aktuell befinden wir uns in einer zweiten großen Investition- und Ausbauphase, die mit einer Überarbeitung des Angebotes einhergeht. Seit 2014 gibt es stündliche direkte Regionalverbindungen zwischen Südtirol und dem Bundesland Tirol und im Jahr 2026 wurde das Euregio Ticket eingeführt, mit dem die gesamte Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino – ein Lebensraum von knapp 2 Mio. Menschen – befahren werden kann. In dieser Masterclass stellt Joachim Dejaco diese Entwicklung der letzten 20 Jahre dar und gibt gleichzeitig einen Ausblick auf die kommenden 20 Jahre. Joachim Dejaco ist seit 2011 Generaldirektor der STA – Südtiroler Transportstrukturen AG. Zuvor war er in der STA in leitenden Funktionen als Verwaltungsdirektor und Projektleiter tätig. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung, Umsetzung und dem Betrieb von Mobilitäts‑ und Verkehrsinfrastrukturen in Südtirol. |
| Masterclass 4 | Von der Hitzeinsel zum Begegnungsort: Klimafitte und gesunde Strassen (Deutsch)Die Gestaltung von Strassenräumen beeinflusst, ob Menschen lieber zu Fuss gehen, Rad fahren, den ÖV nutzen oder mit dem Auto unterwegs sind. Naturnahe Grünflächen können nicht nur die klimabedingten Folgen wie Hitze oder starke Regenfälle abfedern, sondern auch die Luftqualität verbessern und Raum für Bewegung und Erholung bieten. Im Projekt «KLuGE Strassen» haben Partner:innen aus der Schweiz, Liechtenstein und Österreich eine neue Bewertungs- und Planungsmethode entwickelt. Sie hilft dabei, Umwelt- und Gesundheitsaspekte bei geplanten Strassenumbauten stärker zu berücksichtigen. In dieser Masterclass lernen die Teilnehmenden das Konzept klimafitter und gesunder Strassen kennen. Bei einem Spaziergang durch Bozen wenden sie die Methode in Kleingruppen an, bewerten einen Strassenabschnitt und diskutieren anschliessend gemeinsam die Ergebnisse. «KluGE Strassen» ist Teil des Interreg Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein Programms und von der Europäischen Union, dem Land Liechtenstein und dem Kanton St. Gallen kofinanziert. Marion Ebster-Kreuzer ist Projektleiterin bei CIPRA International mit Fokus auf Umweltthemen und soziale Innovationen. Sie hat u.a. Sozial- und Kulturanthropologie studiert, ist Wildnis- und Outdoor-Trainerin und hat lange in der ländlichen bzw. regionalen Entwicklung in einem Alpental in Vorarlberg gearbeitet. Maya Mathias-Seger ist Kommunikationsmanagerin bei CIPRA International mit Schwerpunkt auf soziale Innovationen, Jugendbeteiligung und Mobilität. Sie verfügt über Erfahrung in der Kommunikationsarbeit bei alpenweiten Projekten und hat einen Master-Abschluss in Psychologie und Politikwissenschaft der Universität Zürich. |
| Masterclass 5 | Wie alltagstauglich sind die Fahrradwege zwischen den Ortschaften? |
| Masterclass 6 | Kampagnen für nachhaltige Mobilität – Gewohnheiten verstehen, Verhaltensmuster ändern (Englisch)Warum greifen Menschen selbst bei kurzen Alltagswegen so stark auf das Auto zurück? Was prägt unsere Mobilitätsgewohnheiten, und wie können Kommunikations- und Beteiligungsprojekte helfen, uns zu nachhaltigeren Entscheidungen zu bewegen?
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| 16:45 | Abschluss und Ausblick |
| 17:15 | Ende der Veranstaltung |
17. Oktober - Exkursionen
Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.
(Achtung: die Plätze sind begrenzt. Für die Teilnahme an den Exkursionen wird eine Teilnahmegebühr fällig. Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Zahlungsaufforderung.)
| 7:30 Exkursion 1 | Baustellenbesichtigung BrennerbasistunnelExklusive Einblicke in Planung, Bau und künftige Rolle des weltweit längsten Eisenbahntunnels. (Teilnahmegebühr 20.- €). Diese Exkursion findet in Englisch statt. Von der Teilnahme an dieser Exkursion sind aus Sicherheitsgründen folgende Personen ausgeschlossen:
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| 9:00 Exkursion 2 | Mobilitätserlebnis im Umland von BozenFahrt von Bozen mit der Seilbahn Ritten, weiter mit der historischen Rittner Schmalspurbahn nach Klobenstein und abschliessenden Spaziergang. (Teilnahmegebühr 20.- €) |
| ca. 13:00 | Ende der Veranstaltung |