Olympische Winterspiele
Die Alpen waren schon mehrmals Austragungsort für Olympische Winterspiele, zuletzt 2006 in Turin. Mit Milano-Cortina finden die Winterspiele 2026 trotz lautstarker Kritik abermals in den italienischen Alpen statt. 2030 werden die französischen Alpen zum Schauplatz der olympischen Wettkämpfe. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) strebt «nachhaltige Spiele» an, doch bisher scheiterte dieser Anspruch jedes Mal.
Eine Auswertung der Erfahrungen zeigt: In Demokratien wie den Alpenländern haben Olympische Winterspiele einen schweren Stand. Die Menschen sind nicht mehr bereit, ausufernden Gigantismus, Umweltschäden, unkalkulierbare Kosten und das Diktat des allmächtigen IOC zu akzeptieren. Mit der Olympischen Agenda 2020 will sich das IOC um mehr Transparenz und Nachhaltigkeit bemühen, doch die Pläne für die Winterspiele 2026 in Cortina und Mailand zeichnen ein anderes Bild. Die vorliegende Sammlung von Erfahrungsberichten, Argumenten und fachlichen Informationen legt dar, warum Olympische Winterspiele in ihrer derzeitigen Form in den Alpen keinen Platz mehr haben.
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Standpunkt: Die Winterspiele müssen sich der Realität stellen
Grossveranstaltungen versprechen Innovation, Aufschwung und globale Sichtbarkeit. Heute stehen diese Versprechen im Widerspruch zu alpinen Gebieten, die durch die Klimakrise, Abwanderung und einen wachsenden touristischen Druck geprägt sind. Bei genauerer Betrachtung ist Mailand-Cortina 2026 nicht nur ein Sportfest, sondern eines der umfangreichsten öffentlichen Investitions- und Infrastrukturprogramme, die es jemals im Alpenraum gegeben hat. Dessen Auswirkungen gehen weit über die Dauer der Wettkämpfe hinaus, meint Vanda Bonardo, Präsidentin von CIPRA Italien.
Wintersport am Kipppunkt
Die Hydrologin Carmen de Jong warnt vor den ökologischen Folgen des alpinen Skitourismus. Ihre Forschung zeigt: Ohne Umdenken steuert die Branche auf ihr Ende zu.
Standpunkt: Milano-Cortina 2026: Alles andere als ein Vorzeigeprojekt
Die Olympischen Spiele von Mailand und Cortina 2026 sollen ein Vorzeigebeispiel für Nachhaltigkeit werden. Schon jetzt ist klar, dass diese Erwartung bei weitem nicht erfüllt werden, meint Luigi Casanova. Er ist derzeit Präsident von Mountain Wilderness Italien, war langjähriges Vorstandsmitglied von CIPRA Italien und ist Autor eines 2022 veröffentlichten Buches, das die Olympischen Winterspiele kritisch beleuchtet.